| Das Gebäude |
| Geschrieben von Administrator | |||||||||||
| 26.05.2006 | |||||||||||
Das GebäudeFünf Kilometer nordöstlich von Bernburg, am Rande des Dorfes Grimschleben, steht einer der Höhepunkte der Bauten des Architekten Christian Gottfried Heinrich Bandhauer: der klassizistische Schafstall. Das Objekt wurde 1827 erbaut, in einer Zeit, in der sich Deutschland auf der Schwelle zur Industriegesellschaft befand und nach wirtschaftlichen und effektiven Lösungen gesucht wurde. Bandhauer verstand es, die Ansprüche an einen technisch ökonomischen Bau zu erfüllen und gleichzeitig eine ästhetische Gesamtwirkung zu erzielen. Er errichtete auf einem Grundriss von etwa 30 x 30 Metern einen massiven Quadrathohlbau aus Bruchsteinen. Diesem schließt sich ein mächtiges Zeltdach an, welches pagodenartig zur Lüftungshaube unterbrochen wird. Die Last des Dachstuhls wird durch ein verstellbares Hängesprengwerk auf die Außenmauern übertragen. Vier starke Mittelstützen in der Form dorischer Säulen sorgen für Stabilität.
So bildet der Schafstall in Grimschleben ein für seine Erbauungszeit einmaliges Beispiel fortschrittlicher Architektur. Bandhauer verwirklichte bei geringem Materialaufwand einen optimal nutzbaren Raum, der sich trotz seiner kompakten Masse harmonisch ins Landschaftsbild einfügt. Genutzt wurde der Schafstall zu DDR-Zeiten entsprechend seinem ursprünglichem Zweck - er diente der Unterbringung von Schafen. Mit der Auflösung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften wurde die Viehwirtschaft in Grimschleben eingestellt. Seitdem steht der Schafstall leer. Unterschiedliche Ideen von der Nutzung des Gebäudes wurden erstellt, unter anderem sollten Großtrappen, vom Aussterben bedrohte Großvögel, gezüchtet werden. Umgesetzt werden konnte bisher jedoch keines der Konzepte, so dass der Bandhauersche Landwirtschaftsbau nach wie vor vom Verfall bedroht ist.
Quelle:
Studienarbeit an der Hochschule Anhalt (FH) im Studiengang Landespflege
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| Letzte Aktualisierung ( 27.05.2006 ) | |||||||||||